Soziologie der Erde – Paradies und Apokalypse

Das Buch hat neue Kraft gewonnen - aus der Zäsur, welche die Weltgesellschaft durch die Corona-Krise erfahren hat.

Präambel Corona-Virus: das ist der Globoinfarkt – nützen Herzschrittmacher noch? Die Erde rebelliert oder zeigt sich unbeeinflusst von den Attacken der Menschheit, des Sozialkörpers. Furcht und Zittern vor dem Corona-Virus. Er führt uns vor – nach den Vorspielen zum Globoinfarkt: die Risse in der Fortschrittslinie, wie Tschernobyl, Lehman-Brother, Tsumanis, Epidemien, Fukushima. Die Klimaerwärmung droht mit ersten Splittern einer Bombe – Apokalypse?. Weltgesellschaft ist ein “Höchstbegriff”, der vom Kopf auf den Füssen gelandet ist – im mikrobiologischen Bereich. Immerhin kein totaler Krieg mit Atomwaffen.

Kassandrarufe hat es vor jedem der Risse gegeben – sie blieben ungehört, wurden nach der Katastrophe ins Dunkel verdrängt oder mit Schein überspielt. Troja wurde zerstört – die Menschheit steht vielleicht vor dem tötlichen Infarkt. Der Erde ist dies gleichgültig. Sie findet ihren Weg ohne uns im Kosmos weiter – denn sie ist klein im All wie ein Virus. Dank dem jüngsten Riss ist Kassandra Weltsprecherin Nr. 1 geworden. In früheren Beobachtungen der weltweiten Ereignisse liess man Kassandra sogar während Katastrophen schweigen. Vorne lagen die globale weltweite Wirtschaft, Technik und Wissenschaft, Konsum, die zivile Gesellschaft in westlichem Gewand, die Gesten der Macht und Rivalitäten, die Rückkehr zu fundamentalen Bewegungen. WEF und ähnliche internationale Organisationen gelangten nur spurenhaft und ohne Wirkung in Szene. Die Mutter Erde blieb Mauerblümchen im Weltgeschehen.

Die Stiftung Weltgesellschaft stellt sich der Frage “Was ist Weltgesellschaft?” nach vier Jahrzehnten der Forschung und von internationalen Konferenzen. Peter Heintz, der Gründer der Stiftung Weltgesellschaft hat für die Forschung ein kleines Buch mit dem Titel: Weltgesellschaft im Spiegel von Ereignissen in die Satzung der Stiftung eingebracht. Eine der Folgerungen ist heute wieder im Vordergrund: Chaos versus Ordnung – Entropie versus Struktur. Das vorliegende Buch Soziologie der Erde – Paradies und Apokalypse hat einen Vorläufer Weltgesellschaft – Augenschein, Figuren, Spiele (2007). Es ist seit 2012 in Entstehung und verdankt seine Publikation der Corona-Krise. Sie lässt den Mut zu, die divina comedia nochmals zu lesen und dann unser Buch in die Hände zu nehmen mit dem Untertitel: tragedia terrestris, irdische Tragödie. Es ist eine Gnade, wenn man die Welt im Stadium höchster Entropie und Versuchen, neue Strukturen zu finden, als Mensch und Wissenschaftler neu wahrnehmen und überdenken darf. Ich wage spekulative Augenaufschläge, aber spiele und lerne als „Spaziergänger“, Erkunder des Raumes – des Erdkörpers und Theorie des Raumes ist Hintergrund. „Der Wanderer ist…das Vorbild einer aleatorischen und kreativen Vorwärtsbewegung: Er folgt nicht einer Methode – im Sinne des rechten Weges – der gleichgültig gegenüber den Orten ist, die er durchquert. Er respektiert die jeweiligen Bedingungen der je besonderen Gegebenheiten der Welt“ (Michel Serres).

Der Wanderer hat ein Bild des Ganzen in sich, gerade dann, wenn es ihn aus Myriaden Virus-Augen anblinzelt. Wir pendeln durch Wege, Orte und Zeiten in sechs Teilen.

Teil I Erkundungen im Nahraum – Innerschweiz
Teil II Vom planimetrischen zum organischen Raumbegriff
Teil III Erkundung einer Transversale durch die Schweiz
Teil IV Orte und Einsichten in die Forschung
Teil V Erkundung ins Ferne
Teil VI comedia terrestris – zur Weltgesellschaft
LIT Verlag Soziologie der Erde. In dieser Reihe ist aus Anlass des 25. Jahrestags der Stiftung Weltgesellschaft das Buch erschienen: Weltgesellschaft - Augenschein, Figuren, Spiele.

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