Weltgesellschaft in Zürich - zehn Jahre später

Ein Jahrzehnt später: wie stellen wir Weltgesellschaft dar?

Der Stiftungsrat hat sich damit auseinandergesetzt: Welches Plakat könnte heute ihren Zustand ausdrücken und ein Bild davon diffundieren? Die Frage wird uns dringlicher und neu gestellt – und zwar von Interessierten der Öffentlichkeit. Die Stiftung hat in diesem Jahr ein Experiment durchgeführt: wie können wir die Weltgesellschaft in einem einfachen Bild dem Publikum präsentieren. Anders als in der Architektur sind solche Übungen in der Sozialwissenschaft nicht üblich. Umso interessanter verlief der Versuch. Das Siegerprojekt wurde unter mehreren Vorschlägen gewählt - es steht oben: die Welt und ihre Koordinaten weisen Krümmungen, Deformationen und Brechungen auf - das Ende der “glasklaren” Begriffe und Modelle ist offensichtlich. Die Stiftung hat im vergangenen Jahrzehnt gelernt: Die Sicht vom globalen Norden und Westen hat mehr und mehr jene aus dem Süden und Osten hinzu gewonnen. Weltgesellschaft ist nicht länger mehr eine Bühne, sondern läuft auf mehreren Bühnen ab, in Asien, Afrika, Lateinamerika, Osteuropa; die Ruhe bis 1990 ist dramatischen und tragischen Bildern gewichen. Probleme globalen Ausmasses, Macht der Container, verzaubernde Schlangen, apokalyptische Stimmungen, blauäugige Utopien schütteln den Planeten durch.

Seit einem Jahrzehnt hat die Stiftung Weltgesellschaft durch die Förderung der internationalen Forschung und Kommunikation über “Globalisierung und Weltgesellschaft” Wissen gesammelt (siehe: https://www.worldsociety.ch).

25 Jahre Weltgesellschaft 2007: Ausstellung, Symposien und Events im Puls 5

Die Veranstaltungen vom 26. 10. – 15. 11. 2007 anlässlich der Feier der 25 Jahre haben Anstösse vermittelt, wie Globalisierung im lokalen Umfeld abläuft, welche Fragen sie stellt, wie man auf sie antworten kann. Bis heute werden Projektideen zusammen mit interessierten Organisationen und Personen gezielt weiterverfolgt.

Hans-Peter Meier, Präsident der WSF begrüsst die Gäste (Bild Heinz Baumann).

Verarbeitung und Wirkungen

Die Symposien der Plattform in PULS 5 und Kurzberichte

Zürich als Innovationsplatz. Die Veranstaltungen griffen Themen auf, wie Zürich sich verändern wird und wohin die Zukunft gehen kann. Zusammen mit Institutionen, Organisationen und Persönlichkeiten diskutierten wir Probleme und Aussichten, die Globalisierung mit sich bringt, so das Leben der globalen Nomaden, Zukunft der Landschaft, die Vielvölkerstadt, Zürich entsteht neu – Erfahrungen mit Grosssiedlungen und Zürich im Spektrum der Weltstädte. – Aus den Ergebnissen werden Folgerungen für interessante und wichtige Themen der künftigen Forschung gezogen. Die Berichte sind Anstösse, die Impulse auslösen und weiter bearbeitet werden.

MOSAICS: Zusammen mit im PULS 5 beteiligten Partnern wurde das internationale Netzwerkprojekt entwickelt: Metropolitan Regions as Laboratory of Sustainable Development – Learning by Comparing Asian, African, Latin-American and European Cases.

Globale Nomaden: Avenir Suisse hat das Thema im Buch aufgearbeitet: Die neue Zuwanderung. – Finanzkrise, Top-Gewinner und dramatische Verluste, Erfahrungen mit der neuen Immigrationswelle stiessen die Auseinandersetzungen an. Ein Referendum zur Personenfreizügigkeit bewegte. Bild und Haltung der Schweiz standen am 8.2.09 erneut im Widerstreit: Zwischen Alinghi und Hodler. Alinghi siegte nicht nur vor Neuseeland, sondern auch auf der Heimatinsel Schweiz. Im Jahr 2014 schlug das Pendel zurück - zu Hodler im Resultat der Masseneinwanderungsinitiative.

Die Berichte zu den Symposien:

Weltgesellschaft im Postkartenformat

Die Forscher und Forscherinnen aus aller Welt haben zwei Tage lang die Entwicklung der Globalisierung und der weltweiten Zivilgesellschaft analysiert und diskutiert. Sie haben für die Zürcher Bevölkerung für jeden Beitrag eine Postkarte verfasst - mit einem Bild und hinten einen kurzen Text ihres Beitrags.

Hinter jeder Karte steht ein wissenschaftlich kompetenter Beitrag eines unserer Teilnehmer und Preisträgers am internationalen Symposium: Zwei Bände herausgegeben von Mark Herkenrath lassen vertiefte Einsichten zu:

Civil Society: Local and Regional Responses to Global Challenges

The Regional and Local Shaping of World Society

Inequality beyond Globalisation: Die Stiftung Weltgesellschaft organisierte zusammen mit verschiedenen Partnern bereits im folgenden Jahr 08 eine spannende internationale Veranstaltung zum Thema Ungleichheit im weltweiten Massstab mit Preisverleihung in Neuchâtel. Der Link gibt umfassende Informationen zu den Ergebnissen. Der Tagungsbericht. Siehe auch Newletter November 08, International Sociological Association.

Pulsstellen, Figuren, Wege der Weltgesellschaft

Globalisierung, das Zauberwort der Gegenwart, wurde aufgenommen, im Umfeld von Zürich anschaulich gemacht und in der Öffentlichkeit diskutiert Eindrücke Puls 5.

Figuren und Wege zur Weltgesellschaft: In einer Bildinstallation erfuhren die Besucher, wie Weltgesellschaft sich als Wissenslandschaft entwickelt hat und was heute die aktuelle Forschung zu den Problemen aussagen kann. Zeitreisen: Die Broschüre führt zu fünf Szenarien zur Weltgesellschaft, zu ihren Gründern und zu Vertretern der modernen Wissenschaft. Und man kann sich anhand eines Fragespiels selbst einstufen.

Weltgesellschaft-Augenschein, Figuren, Spiele: das Buch führt – auch interessierte Laien – in die Themen ein.

Pulsstellen der Globalisierung in Zürich: Weltgesellschaft fällt nicht vom Himmel. Sie liess sich an neun Stellen der Stadt beobachten. Eine Videoinstallation zeigte sie den Besuchenden. Jugendliche wirkten an der Ausstellung mit. Sie haben die neun Plätze beschrieben und gezeichnet. Ihre Ergebnisse waren Teil der Ausstellung. Sie wurden eingescannt und werden ausgewertet.

Weltobservatorium

Tägliche Ereignisse lassen sich erfassen und als Trends untersucht. Es wird ein Weltobservatorium entwickelt. Der Pilotversuch ist in einer deutschsprachigen und englisch-sprachigen seit September 08 im Gang und liefert laufend Ergebnisse.

Evolving borders by daily events.

World observatory, publications and input papers.

Wohin bewegt sich die Weltgesellschaft?

Welt sehen: Selbst die jüngste Generation war beteiligt

Schulklassen aus der Stadt Zürich haben die Ausstellung besucht. Sie benutzten dabei die Mikrofone und Bilder, um über Themen zu diskutieren. Sie haben in Zürich neun Plätze besucht, beobachtet und in Zeichnungen in die Ausstellung gelegt. Die jüngste Generation an der Arbeit.

Die Zeichnungen sind als Bildschau verfügbar und wurden in der Ausstellung gezeigt. Die Lehrpersonen haben ihre Erfahrungen zu den Erkundungen auf den Zürcher Plätzen ausgetauscht. Fazit: die Ausstellung war eine Art von Werkstatt für die verschiedenen Generationen - “Sprungbrett” genannt.

de/weltgesellschaft_in_zuerich.txt · Last modified: 2019/10/29 23:40 by admin